alles was mit unserer Gemeindearbeit zu tun hat

Vitamin C für die Seele

           

Vatertag

Ein Vater hatte einen Sohn, den er einfach nur liebhatte.  Als er erkannte, dass es für ihn Zeit war, die Welt zu erkunden, sagte der Vater: Geh mit Gott, aber geh! Es war ein himmlischer Austausch, an dem sein Sohn teilnahm. Er kam bei einer bodenständigen Familie unter. Wo gebetet wurde, ging er hin, diskutierte mit den Leuten, intensiv und immer heftiger. Bei all dem berief er sich immer auf die Liebe, die er erfahren hatte. Sein Sohn blieb nicht allein. Sie heilten und halfen, sie fischten und teilten Essen, sie feierten, sie erlebten Wunderbares. Er hatte die Liebe von ihm, dem Vater. Sie verleiht Kraft, auch zum Leiden. Als dann alles geschehen war, was geschehen musste, beschloss der Vater, dass sein Sohn lang genug im Namen der Liebe unterwegs war. Die Spur war gelegt. Sie kannten ihn. Sein Sohn, der weltverloren schien, sollte wieder nach Hause kommen. Da wurde er aufgehoben. Zur Rechten seines Vaters. Eine wunderbare Feier nahm ihren Lauf. Vatertag im Himmel!

 

Hans-Martin Kätsch

Bildnachweis: Bruna Branco, unsplash

Gottesdienst vom 10. Mai – mit Abstand, aber zusammen und im Dom

Nun dürfen wir wieder Gottesdienst feiern. Gut besucht war dieser Gottesdienst, es waren viele Besucherinnen und Besucher sehr angerührt, wieder im Dom sein zu können. Die Bestimmungen, unter denen Gottesdienste wieder möglich sind, fühlen sich merkwürdig und befremdlich an. Sich nicht zu nah kommen, Mundschutz zu tragen, nicht zu singen, nicht das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser zu sprechen – so ganz anders, als das, was wir kennen. Aber dennoch: die Orgel klingt, wir hören zu und gehen ins uns. Die Wiederaufnahme von unserem kirchlichen Leben macht Mut, gibt Kraft – aber  gibt uns auch zu denken. 

Für alle, die an diesem Sonntag nicht im Dom sein konnten, gibt es hier den Gottesdienst mit Amélie zu Dohna und Hans-Martin Kätsch zum Hören.

Dazu gibt es den Liederzettel zum Mitsingen für zu Hause.

 

 

 

 

 

Der Dom öffnet wieder die Türen!

Ab dem 10. Mai feiern wir wieder Gottesdienste im Dom – unter Einhaltung von Regeln, die uns alle schützen

Wir freuen uns sehr, dass wir nach der aktualisierten Verordnung des Landes Niedersachsen nun wieder die Möglichkeit haben, miteinander Gottesdienste in unserem Dom zu feiern. Gleichzeitig wissen wir, dass die Gefahr einer Ansteckung mit dem Corona-Virus noch längst nicht aus der Welt ist. Wir sind uns des hohen Maßes an Verantwortung bewusst, die damit einhergeht, wieder Menschen in den Dom einzuladen, und haben alle Vorkehrungen getroffen, die nötig sind, um einander zu schützen. Wir bitten alle, die an unseren Gottesdienste teilnehmen, sich mit den folgenden Regeln vertraut zu machen. Ihre Einhaltung ist gelebte Nächstenliebe! 

  1. Bitte bringen Sie einen Mund-Nasen-Schutz mit und tragen Sie diesen während ihres Aufenthalts im Dom.
  2. Bitte warten Sie vor dem Westportal (Haupteingang) im Abstand von 1,50m darauf, einzeln eingelassen zu werden und halten Sie auch später in jeder Situation diesen Abstand ein.
  3. Unsere Küsterin hält ein Desinfektionsmittel bereit, mit dem Sie sich bitte die Hände desinfizieren.
  4. Die Sitzplätze im Dom sind im Abstand von 1,50m eingerichtet und markiert. Ein Mitglied des Kirchenvorstandes ist Ihnen gern bei der Platzwahl behilflich. Angehörige eines Hausstandes dürfen selbstverständlich beisammen sitzen.
  5. Auf gemeinsames Singen müssen wir im Gottesdienst zur Zeit verzichten. Wir halten für Sie Liedblätter bereit, auf denen Sie den Gottesdienstablauf und auch die Liedtexte verfolgen können, wenn Lieder stellvertretend für alle von Einzelnen gesungen und/oder musiziert werden. Diese Blätter werden nach einmaligem Gebrauch entsorgt.
  6. Während des Gottesdienstes sammeln wir keine Kollekte in den Bankreihen.
  7. Zum Verlassen des Doms stehen Ihnen alle drei Ausgänge (Nord-, West- und Südportal) zur Verfügung. An allen Ausgängen haben Sie die Möglichkeit, Ihre Spende für den jeweils aktuellen Kollektenzweck und/oder diakonische Aufgaben unserer Gemeinde und des Kirchenkreises in markierten Behältnissen einzuwerfen. Bitte achten Sie auch beim Hinausgehen auf die Wahrung der Abstandsregel.
  8. Die Gottesdienste in Radbruch und Vögelsen sowie in der Kapelle auf dem Nikolaihof bleiben aus Platzgründen zunächst ausgesetzt. Dies gilt auch für alle anderen Gemeindeveranstaltungen.

Es wird sich sicher ungewohnt anfühlen, auf diese Weise Gottesdienste zu feiern. Doch wir sind zuversichtlich, dass wir es als Gemeinde miteinander lernen werden in der Gewissheit, dass unser Gott mitten unter uns ist. Mag die physische Distanz zueinander auch zunächst befremdlich sein – Gottes Geist verbindet uns über allen räumlichen Abstand hinweg mit dem Band Seiner Liebe. Lassen Sie uns das miteinander erfahren. Seien Sie herzlich willkommen!

Sonntags und mittwochs von 17 Uhr bis 18 Uhr ist der Dom zum stillen Gebet geöffnet. Bitte achten Sie auch hier auf die Einhaltung der Abstandsregel.

 

Kindergottesdienst im Mai – diesmal zum Anschauen und Mitmachen

Nun können wir uns immer noch nicht wieder treffen im Gemeindehaus Vögelsen. Aber zusammen Kindergottesdienst feiern – das geht! Und zwar bei euch zu Hause – mit uns, denn wir kommen nun einfach per Bildschirm in euer Zuhause!

 

Wir wünschen euch viel Spaß!

Euer Kindergottesdienst-Team

 

Dankeschön an unser Filmteam Gideon Seib und Dúc René van Nguyen

 

Ein Video zum Mitsingen! Möge die Straße uns zusammenführen

Das Lied verkürzt uns die Wartezeit auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen! Es gibt Hoffnung, Zuversicht und Gottvertrauen.

Vielen Dank an Julia Bormann!

Zum Mitsingen hier der Text:

1) Möge die Straße uns zusammen führen und der Wind in deinem Rücken sein;
sanft falle Regen auf deine Felder und warm auf dein Gesicht der Sonnenschein.

Ref.: Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand;
und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand.

2) Führe die Straße, die du gehst, immer nur zu deinem Ziel bergab;
hab‘, wenn es kühl wird warme Gedanken, und den vollen Mond in dunkler Nacht.

3) Hab‘ unterm Kopf ein weiches Kissen, habe Kleidung und das täglich Brot;
sei über vierzig Jahre im Himmel, bevor der Teufel merkt: du bist schon tot.

4) Bis wir uns ‚mal wiedersehen, hoffe ich, dass Gott dich nicht verlässt;
er halte dich in seinen Händen, doch drucke seine Faust dich nie zu fest.

 

Quasimodogeniti – so heißt der erste Sonntag nach Ostern.

Dazu zunächst eine Geschichte.

 „Der zweite Geburtstag“ – so überschreibt Horst Flachsmeier eine kleine Erzählung, die so beginnt: „Das erste, was er wahrnahm, war das Gesicht der Ärztin, die sich über ihn beugte. Dann hörte er ihre Stimme, zunächst noch so, als wären seine Ohren mit Wattebäuschchen verstopft. „Nun, werden Sie wieder wach?“ fragte sie. Noch konnte er nicht sprechen, schaute sie nur groß an. „Wissen Sie, was geschehen ist?“ fragte sie weiter. Als er seinen Kopf schütteln wollte, bemerkte er, wie sehr er schmerzte. Die Ärztin sagte: „Sie hatten einen schweren Unfall und sind nun auf der Intensivstation“.

Und Horst Flachsmeier, selbst Arzt, ging es durch den Sinn: So ist es also, wenn man auf der Intensivstation wach wird!“ Oft hatte er selbst die Stationen des Krankenhauses besucht, nun war er selbst Patient mit Gefühlen der Hilflosigkeit.

„Wissen Sie noch, was geschehen ist?“

Flachsmeier konnte sich beim besten Willen nicht erinnern – die Erinnerung war ausgelöscht, ausgelöscht durch den Unfallschock und die tiefe Bewusstlosigkeit, aus der man ihn mit großer Mühe hatte in das Leben zurückführen können. Die ganze Nacht war er bewusstlos, zehn Stunden lang.

Auf einmal begriff er ganz tief, dass er zum zweiten Mal geboren war. Gott hatte ihm ein neues Leben geschenkt.

Er fühlte sich wie neugeboren.

Wenn wir uns dem Geheimnis von Ostern, der Auferstehung, nähern wollen, dann sind solche Erlebnisse, wie sie Horst Flachsmeier hatte, ein Zugang dazu.

Das Leben ist danach nicht einfach das dasselbe wie vorher. Man empfindet das Leben nicht mehr als selbstverständlich. Zu leben ist jetzt mit einem Gefühl des Dankes verbunden. An solchen Tagen liegt Glanz über der Welt, wenn man mit Dankbarkeit begreift, nach einer schweren Krankheit, nach einem schweren Unfall noch am Leben zu sein. Stilles und heiteres Licht liegt über solchen Tagen, Osterlicht.

So wie es die biblischen Ostergeschichten beschreiben. Im Grab ist es hell geworden, ein Engel in einem weißen Gewand ist darin. Wir lesen Geschichten der Freundschaft- man bricht das Brot des Friedens miteinander. Menschen werden bei ihrem Namen gerufen -Maria, Thomas, Petrus- und damit auch wieder zurück ins Leben. Sie werden angesprochen als jemand, der ganz persönlich gemeint und gewollt ist, werden angesprochen als Geliebte.

 

Wir alle wünschen uns im Moment, dass helle, heitere Tage zurückkehren. Dass der Karfreitag, der über unserer Welt liegt, wieder ein Ende nimmt. Dass die Covid-Krankheit besiegt wird. Bei vielen ist das Leben schwer und bitter, angstvoll und schmerzhaft.

Aber auch in dieser Zeit gibt es die österlichen Momente, die Heiterkeit, Frieden und viel Menschlichkeit ausstrahlen. So viele gute Ideen, so viel teilen miteinander. Gemeinsames Singen von Fenster zu Fenster, das Geschenk von Musik, die Nachbarschaftshilfe. Der große Einsatz vieler bis an den Rand der Kraft.

Andere haben jetzt viel Zeit.  Ich habe sie auch zum Aufräumen genutzt. Und meinen Mutterpass wiedergefunden. Und dann lese ich: Risikoschwangerschaft – ja. Risiken bei der Geburt- ja. Das hatte ich alles vergessen. Geblieben ist die Erinnerung an diese überaus glückliche erste Stunde, als wir unser Kind, unser Neugeborenes, im Arm hielten mit Staunen und Dankbarkeit.

Ich wünsche Ihnen, dass es auch in ihrem Leben in den kommenden Wochen solche österlichen, hellen, wärmenden Momente gibt, die Ihnen durch die nicht immer leicht zu ertragenden Tage helfen. Ich wünsche Ihnen ein Neugeborenwerden zu Zuversicht und Kraft.

Ihre Pastorin Anna-Barbara Naß-Gehrke

 

 

 

Ostern für Kinder – so ganz anders als sonst

Unser Kindergottesdienst-Team hat einiges für dies so ganz andere Osterfest zusammengestellt. Für euch Kinder ist es schon merkwürdig, so ohne Freunde, Omas und Opas, vielleicht ohne das jährliche große Fest oder ohne den Urlaub in den Osterferien. Das Osterfeuer muss ausfallen und auch sonst fühlt sich alles anders an.

Aber Ostern fällt nicht aus! Jesus ist auferstanden und die Freude und die Hoffnung tragen uns.

Schaut, hier ist die Geschichte:

Jesus ist auferstanden

Früh am Morgen gehen die Frauen los. Es ist gerade hell geworden. Sie sind unterwegs zur Grabhöhle. Vorgestern waren sie schon einmal dort. Am Freitagnachmittag. Da war ihr Freund Jesus gestorben. Und alles war dunkel geworden. Dunkel in ihren Herzen. Und jetzt, am Sonntagmorgen, wollen die Frauen noch einmal zum Grab. Sie wollen noch einmal etwas für ihren toten Freund tun. Sie haben Öle und duftende Kräuter dabei. Damit wollen sie seinen Körper einreiben.

„Aber wie kommen wir in das Grab hinein? Sie haben doch einen großen Stein davor gerollt. Der ist doch viel zu schwer für uns!“ Fragend schauen sich die Frauen an. Trotzdem gehen sie weiter. Sie kommen näher. Jetzt können sie die Grabhöhle schon sehen. Und dann ruft plötzlich eine: „Schaut mal! Was ist das denn?“ Und eine andere sagt: „Aber… der Stein liegt ja gar nicht mehr vor dem Eingang… Jemand muss ihn weggerollt haben. Die Frauen gehen ganz an die Höhle heran. Ungehindert können sie hineingehen.

Doch so sehr sie in der Höhle auch suchen: Jesus ist da nicht. Aber sie haben doch ganz genau gesehen, wie er hineingelegt wurde! Jetzt finden sie ihn nicht mehr. „Wie kann denn das sein?“, fragen sie sich, und: „Was machen wir denn nun?“ Und dann stehen da plötzlich zwei Männer. Sie tragen glänzende Kleider. Sind es Engel? Sind es Boten von Gott? Die Frauen erschrecken sich fürchterlich. Doch die Engel sprechen freundlich mit ihnen: „Ihr Frauen, was macht ihr hier? Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten? Jesus ist nicht mehr hier. Er ist auferstanden.“

Was soll das denn heißen? Jesus ist gar nicht hier? Er ist gar nicht tot? Das geht doch gar nicht? Wie kann denn das sein? Und wo ist er denn jetzt? Was für eine unglaubliche Rede der Engel!

Verwirrt gehen die Frauen aus der Grabhöhle heraus. Immer wieder hören sie die Worte der Engel in ihrem Kopf: „Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten? Jesus ist nicht mehr hier. Er ist auferstanden.“

Und langsam wächst der Gedanke in ihnen: Jesus ist auferstanden. Der Tod hat keine Macht über ihn. Aber was heißt das: „auferstanden“? Ist alles so wie früher? Kommt Jesus gleich um die Ecke und redet mit ihnen? Die Frauen können sich das nicht so richtig vorstellen. Dennoch: Die Freude in ihnen wird immer größer. Und das Licht in ihrem Herzen wird immer heller. Es ist nicht alles vorbei. Jesus muss ein neues Leben bekommen haben, irgendwie. Sie können es nicht richtig verstehen. Aber sie spüren, dass es wahr ist: Gott ist stärker als der Tod.

Und dann laufen sie los. Das müssen doch die anderen Freunde von Jesus auch hören. Die sitzen ja noch in ihrer Trauer fest. Ganz außer Atem sind sie, als sie bei den anderen ankommen. Es sprudelt aus ihnen heraus: „Die Engel haben es gesagt!“, rufen sie durcheinander, „Jesus ist nicht mehr tot. Wir verstehen es auch nicht richtig. Wir wissen auch nicht, wo er ist. Aber Gott hat ihn auferweckt. Er ist auferstanden!“

Da schütteln die anderen traurig die Köpfe. „Hört auf mit dem Geschwätz!“, rufen sie, „Das kann doch nicht sein. Jesus ist tot. Wir haben es doch gesehen.“

Ach, wie schade. So eine unglaublich schöne Nachricht, und keiner will sie glauben. Oder doch? Jedenfalls geht Petrus später los zur Grabhöhle. Er sieht, dass der Stein weg ist. Er sieht, dass Jesus nicht mehr im Grab ist. Auch Petrus versteht nicht, was er sieht. Es wird noch eine Weile dauern, bis er glauben kann, was geschehen ist. Aber auch in seinem Herzen ist es jetzt schon ein bisschen heller geworden.

 

 

Hier kommen noch ein paar Ideen, um dieses Osterfest ganz besonders zu machen:

 

  1. Einen Ostergarten bauen

Bauen sie mit ihren Kindern einen Garten mit einer Höhle aus Steinen und schmücken Sie ihn mit Blumen

 

  1. Kreuz schmücken

Wenn Sie einen Gottesdienst feiern, stellen Sie vorher ein aus Stöcken gebundenes Kreuz auf, das Sie nach der Erzählung mit Blumen schmücken können.

 

  1. Samen einpflanzen

Als Zeichen dafür, dass aus dem Dunkel der Erde und aus einem scheinbar leblosen Samenkorn neues Leben wachsen kann, können sie Blumen- oder andere Samen in vorbereitete Blumentöpfe oder auch im Garten aussäen und in der kommenden Zeit beobachten.

 

  1. Licht weitergeben

Wenn Sie einen Gottesdienst feiern, können Sie für jede Person ein Osterlicht bereithalten. Nach der Erzählung entzündet eine/r sein Osterlicht an der schon brennenden Kerze und gibt an die nächste Person weiter.

 

Ein weiterer toller Tipp für euch: auf www.wohnzimmerkirche.net gibt es ein ganz besonderes Programm!

 

Wir wünschen euch von Herzen frohe Ostern und freuen uns auf ein Wiedersehen mit euch!

Meditation zum Karfreitag

Gekreuzigt, gestorben und begraben, am dritten Tage auferstanden von den Toten. Und nun sitzt er da. Der Christus der Nikolaikirche in Jüterbog/ Brandenburg. Ohne Macht, aufgestützt ohne Kraft und ohne Zuversicht.

Seit über 2000 Jahren leiden Menschen. Menschen leiden unter Hunger, unter Ungerechtigkeit, unter Gewalt, unter den zahllosen Kriegen, unter Naturkatastrophen etc. und das meiste ist menschengemacht. Menschen leiden unter Menschen. Kyrie eleison statt Auferstehung?

In diesen Tagen leiden Menschen unter dem Coronavirus. Unzählige Menschen sterben weltweit, leiden physisch, psychisch, wirtschaftlich und persönlich unter der Krankheit und den Vorsichtsmaßnahmen, die sie eindämmen sollen. Menschen rufen zahllos, laut und leise, ohnmächtig: Kyrie eleison.

Menschen stemmen sich mit aller Kraft dagegen und regieren, organisieren und leiten. Menschen pflegen, behandeln und retten, unterstützen und helfen, muntern auf und geben anderen Kraft, durch diese Zeit zu kommen. Kyrie eleison und Auferstehung!

Menschen leiden darunter, viel Zeit mit sich und allein zu sein. Auch wir als christliche Gemeinschaft leiden darunter, dass wir uns nicht begegnen können und besonders, dass wir Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern nicht wie gewohnt gestalten und feiern können. Als Kirche nehmen wir am Leiden aller Teil. Kyrie eleison.

Gekreuzigt, gestorben und begraben, am dritten Tage auferstanden von den Toten. Für uns. Auferstehung gegen den Tod. Aufstehen für das Leben. Eigentlich. Wie kann das gehen, aufstehen für das Leben? Wir erleben gerade sehr viel an Solidarität und Hilfsbereitschaft. Wir kümmern uns mehr umeinander in der Nachbarschaft und in den Familien. So stehen wir auf für das Leben!

In diesen Tagen ertappe ich mich darüber hinaus aber auch immer wieder beim Nachdenken und Suchen nach verstehenden Gedanken und Texten, weil es mir in dieser Zeit auch nicht so recht gelingen will das Aufstehen für das Leben und ich verstehen will, was da mit uns geschieht und wie das alles weiter gehen soll.

Mit diesen Gedanken kam mir die Nikolaikirche in Jüterbog aus Brandenburg in den Sinn. Wir waren mit der Seniorenreise 2018 dort. Hinter dem Altar steht er, auf einem Baumstumpf sitzend, Christus, Dornen bekrönt mit Zweifeln, aufgestützt, niedergeschlagen und grübelnd. Ohne Macht, ohne Kraft und ohne Zuversicht, so scheint es.

Hier in Jüterbog hat der Künstler Jesus Christus vom Kreuz steigen lassen, weil Jesus auch ganz Mensch war mit aller Niedergeschlagenheit, allen Dornen und allem Leiden, aller Gewalt an, mit und unter uns Menschen. Der Künstler hat so ausgedrückt, dass Christus mit uns leidet: in Italien und Spanien, China und den USA, in Frankreich, auch in Deutschland, weltweit auf allen Krankenhausstationen, auch mit uns. Kyrie eleison und Auferstehung!

 

Ihr Hans-Martin Kätsch

Gründonnerstag – wie gestalten wir diesen Tag?

Gründonnerstag, der Tag, der an das letzte Abendmahl von Jesus mit seinen Freunden erinnert.

Und wir feiern kein Abendmahl im Dom, kein Tischabendmahl mit langer Tafel im Altarraum.

Andachten und Gottesdienste können wir am Fernseher oder im Internet mitfeiern, aber Abendmahl ist nicht virtuell. Es ist leiblich und gegenständlich. Ich bekomme etwas in meine ausgestreckte Hand, ich kaue das Brot, schlucke den Wein. Es ist zu schmecken und zu sehen, wenn auch nicht zu begreifen: Jesus mitten unter uns. Dieses Jahr feiern wir Gründonnerstag so nicht.

 

Sie können sich zu Hause bei einer Mahlzeit wenigstens an das Abendmahl erinnern beim Essen und Trinken.

  • Sie decken Ihren Tisch einfach und festlich für sich allein oder für die Familie. Vergessen Sie Blumen und Kerzen nicht!
  • Vielleicht haben Sie ein Kreuz oder Sie basteln eins aus Zweigen aus dem Wald oder Garten.
  • Sprechen Sie ein Tischgebet, das Sie kennen, z.B.:

Komm, Herr Jesus,

sei du unser Gast und segne,

was du uns bescheret hast.

Amen.

  • Jeder am Tisch zündet eine Kerze oder ein Teelicht an und sagt dazu einen Dank.
  • Einer liest die Geschichte des letzten Abendmahls aus dem Matthäusevangelium Kapitel 26 Vers 18-30

Jesus sagte zu seinen Jüngern:

»Geht in die Stadt zu dem und dem Mann – richtet ihm aus:

›Der Lehrer lässt dir sagen:

Die Zeit, die Gott für mich bestimmt hat, ist da.

Ich will bei dir das Passamahl feiern zusammen mit meinen Jüngern.‹«

Die Jünger machten alles so, wie Jesus ihnen aufgetragen hatte.

Und sie bereiteten das Passamahl vor.

Als es Abend geworden war, ließ sich Jesus mit den zwölf Jüngern zum Essen nieder.

Während sie aßen, sagte er zu ihnen:

»Amen, das sage ich euch: Einer von euch wird mich verraten.«

Die Jünger waren tief betroffen.

Jeder einzelne von ihnen fragte Jesus: »Doch nicht etwa ich, Herr?«

Jesus antwortete: »Der sein Brot mit mir in die Schale taucht, der wird mich verraten. Der Menschensohn muss sterben. So ist es in den Heiligen Schriften angekündigt. Wie schrecklich für den Menschen, der den Menschensohn verrät. Er wäre besser nie geboren worden!«

Da sagte Judas, der ihn verraten wollte, zu Jesus: »Doch nicht etwa ich, Rabbi?«

Jesus antwortete: »Du sagst es!«

Beim Essen nahm Jesus ein Brot.

Er lobte Gott und dankte ihm dafür.

Dann brach er das Brot in Stücke

und gab es seinen Jüngern.

Er sagte: »Nehmt und esst!

Das ist mein Leib.«

Dann nahm er den Becher.

Er sprach das Dankgebet 

und gab ihn seinen Jüngern.

Er sagte:

»Trinkt alle daraus!

Das ist mein Blut.

Es steht für den Bund, den Gott mit den Menschen schließt.

Mein Blut wird für die vielen vergossen werden zur Vergebung ihrer Schuld.

Das sage ich euch:

Ich werde von jetzt ab keinen Wein mehr trinken.

Erst an dem Tag werde ich mit euch neu davon trinken,

wenn mein Vater sein Reich vollendet hat.«

Jesus und seine Jünger sangen die Dankpsalmen.

Dann gingen sie hinaus zum Ölberg.

(Basisbibel)

 

  • Sie denken an Abendmahlsfeiern oder tauschen sich darüber aus:
    • Mein erstes Abendmahl …
    • Wo war es?
    • Wer hat mit mir vor dem Altar gestanden?
    • Ein Abendmahl, das mir viel bedeutet hat.
  • Sie essen dabei gemeinsam, bedienen sich gegenseitig, achten darauf, was wer braucht, lassen sich Zeit für Gedanken und Gespräch.
  • Zum Schluss sprechen Sie ein Dankgebet, z.B.:

Danket dem Herrn,

denn er ist freundlich

und seine Güte währet ewiglich.

Amen.

 

Eine gesegnete Gründonnerstags- und Erinnerungsmahlzeit wünscht Ihnen

Ihre Pastorin

Amelie zu Dohna

Karwoche 2020 – so ganz anders

Wie wichtig uns die Karwoche ist und die Osterfeiertage im Kreise von Familie, Freunden, in der Kirche oder auch im Urlaub sind, wird uns jetzt allen bewusst. In diesem Jahr ist alles anders. 

Hier auf unserer Internetseite finden Sie in den nächsten Tagen Andachten und Videos, eine Sonderausgabe vom Domino haben Sie schon erhalten. Denn wir sind weiter da – auch wenn wir uns im Dom oder in der Kirche auf dem Nikolaihof nicht sehen können. 

Eine besondere Aktion hat Johanna Reimers geplant und es wäre toll, wenn ganz viele Menschen mitmachen:

In Bardowick sollen Menschen im Altenheim einen bunten Osterstein erhalten, der ihnen  zeigt, dass wir an sie denken und dass sie nicht alleine sind – auch wenn sie in diesen Wochen ganz besonders von der Kontaktsperre betroffen sind. 

In der Ostergeschichte kommt auch ein Stein vor. Am Morgen, als die Frauen zum Grab von Jesus gehen, ist dieser Stein vor seinem Grab weggerollt. Und die Frauen sehen: das Grab ist leer! Jesus lebt. Und sie erfahren: Gottes Liebe ist stärker als der Tod. Gott kann neues Leben ermöglichen! Der weggerollte Stein wird zum Hoffnungszeichen.

Und das soll der Osterstein symbolisieren! 

  • ein glatter Stein, der gut in der Hand liegt (es dürfen gerne auch mehrere sein!)
  • bemalt mit bunten Farben. Er soll Freude machen: Sonne, Blumen, Schmetterlinge, ein Baum….
  • wer mag, schreibt seinen Namen auf die Unterseite des Steins

Die Steine sollen zum Osterfest zusammen mit einem Brief von der Kirchengemeinde an die alten Menschen in unserem Altenheim in Bardowick verteilt werden und dort ein Lächeln auf die Gesichter zaubern. 

Die Steine können bis zum Freitag, 10. April, in eine Kiste vor der Haustür von Johanna Reimers abgelegt werden (Schulstraße 7, Bardowick).

 

Wer mag, kann auf https://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de einige Andachten, Gottesdienste und Gedanken rund um Ostern, Corona, Zusammenhalt und Glaube finden. 

Unter https://wohnzimmerkirche.net gibt es ein besonderes Programm für Kinder.