für alle Beiträge die als Thema die Erwachsenen haben.

Ein Gebet geht um die Welt – und wir feiern einen „Gottesdienst im Gehen“

Über Konfessions- und Ländergrenzen hinweg engagieren sich christliche Frauen in der Bewegung des Weltgebetstags. Gemeinsam beten und handeln sie dafür, dass Frauen und Mädchen überall auf der Welt in Frieden, Gerechtigkeit und Würde leben können. So wurde der Weltgebetstag in den letzten 130 Jahren zur größten Basisbewegung christlicher Frauen.

In mehr als 150 Ländern und über 24 Stunden hinweg feiern wir am ersten Sonntag im März rund um den Globus den Weltgebetstag. 

Das ist auch in diesem Jahr so. Die Corona-Pandemie ist so global wie die Weltgebetstagsbewegung. Überall auf der Welt überlegen Teams mit viel Phantasie, wie sie den Tag trotz allem gut gestalten können. Denn gerade in dieser besonderen Situation ist es umso wichtiger, dass wir voneinander hören, uns miteinander verbunden fühlen, füreinander beten und handeln.

In Bardowick feiern wir den Weltgebetstag in diesem Jahr mit einem „Gottesdienst im Gehen“. Am 5. März wird von 15 Uhr bis 20 Uhr ein Stationsweg im Dom aufgebaut sein und von Frauen aus unserem Weltgebetstags-Team betreut werden. Wir möchten Sie mit hineinnehmen in das Leben der Menschen in Vanuatu, in die Überlegungen der Frauen zu der Frage „Worauf bauen wir?“ und in das gemeinsame Gebet. 

Wir sehen uns – wenn Sie mögen – am 3. März im Dom!

Für diejenigen, die den Weltgebetstag in diesem Jahr lieber am Bildschirm mitfeiern möchten, wird am 3. März um 19 Uhr einen Gottesdienst auf Bibel TV gesendet, der auch online den ganzen Tag über abgerufen werden kann unter http://www.weltgebetstag.de 

Frauen weltweit bauen auf unsere Solidarität. Gerade in Krisenzeiten.

Die Weltgebetstagsbewegung unterstützt weltweit über 100 Projekte, die besonders Kinder und Frauen stärken und Lebensperspektiven eröffnen. Gerade in Krisenzeiten bauen sie auf unsere Solidarität. Spenden können sie bequem über den Spendenbutton auf http://www.weltgebetstag.de oder über folgende Bankverbindung:

Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee e.V., Evangelische Bank EG, Kassel, IBAN: DE 60 5206 0410 0004 0045 40

Beziehungsweise – Judentum und Christentum stehen in Beziehung miteinander. Mehr noch: Das Christentum hat seine Wurzeln im Judentum. Jesus von Nazareth war Jude. In seiner Verkündigung bezog er sich auf die mosaischen Gesetze und die Propheten, nachzulesen in der Hebräischen Bibel, die wir Christen im Allgemeinen das „Alte Testament“ bezeichnen. In den ersten christlichen Gemeinde bekannten sich Juden und Nichtjuden gemeinsam zu Jesus Christus, dem Auferstandenen. 

Anlässlich des Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ stellt eine ökumenisch verantwortete Kampagne jeden Monat ein jüdisches und ein christliches Fest nebeneinander. Was haben zum Beispiel das jüdische Fest Purim und der Karneval gemeinsam? Überraschend viele Gemeinsamkeiten sind zu entdecken – und gleichzeitig natürlich auch Unterschiede.

Die Kampagne möchte Interesse wecken und zu einer positiven Auseinandersetzung mit der Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland anregen und damit auch einen Beitrag zur Bekämpfung von Antisemitismus leisten.

In den Schaukästen unserer Kirchengemeinde werden wir monatlich die Plakate zur Kampagne aushängen, und auch hier werden sich weitere Beiträge dazu finden.

Weiterführende Informationen unter: 

Eine jüdische Stimme

Kleine und große Clowns, Ritter, Prinzessinnen, Monster, Hexen, Zebras, Hasen und andere phantasievoll gekleidete Gestalten haben sich in der Synagoge versammelt, machen Krach mit Hilfe von Rasseln, trampeln mit den Füßen, pfeifen und bringen „Buh“-Rufe aus. Und all das bei der Verlesung eines biblischen Buches?? Purim ist das Lieblingsfest jüdischer Kinder, denn sie dürfen sich nach Herzenslust verkleiden und brauchen nicht still sitzen, weil der Lärm sogar Teil der Liturgie ist. Wann immer der Übeltäter Haman genannt wird, bricht ein enormer Krach aus, um dessen Namen auszulöschen.

Das Hören der Esther-Geschichte ist das wichtigste Gebot des Festes. Daneben ist es üblich, einander Süßigkeiten und selbst zubereitete Speisen zu schenken. Das typische Gebäck für Purim sind die „Haman-Taschen“ oder „Haman-Ohren“, dreieckige, mit Mohn, Datteln oder Marmelade gefüllte Kekse. Bedürftige Menschen werden mit Lebensmitteln oder mit Geld bedacht, damit auch sie sich Festmahlzeiten leisten können. Und warum heißt es „Esther-Rolle“? Weil der Text des Esther-Buchs aus einer auf Pergament handgeschriebenen Rolle (Megillah), ähnlich einer Torah-Rolle, vorgetragen wird.

– Rabbinerin Dr.in Ulrike Offenberg

Eine christliche Stimme

Prächtige Prinzenwagen von Düsseldorf bis Mainz, spärlich bekleidete sambatanzende junge Frauen in Rio, vornehme Masken in Venedig, urtümliches Geistertreiben in Rottweil und Luzern – das sind Bilder, die beim Stichwort „Karneval“ aufsteigen. Dass „Karneval“ ursprünglich die Tage vor dem Beginn der vorösterlichen Fastenzeit im Christentum bezeichnet, ist heute wohl zunehmend weniger bewusst.

Traditionell verzichteten Christen und Christinnen in den vierzig Tagen vor Ostern auf den Verzehr von Fleisch und schränkten auch sonst ihr Leben ein. An Karneval sagte man „dem Fleisch Lebwohl“ („carne vale“).

Hier durfte aber auch die Welt auf den Kopf gestellt werden. Spott auf die Herrschenden, Tanz, fette Speisen und ausgiebiger Alkoholkonsum gehörten dazu. Bezeichnungen wie das rheinische „Fastelovend“ („Fast-Abend“) oder „Fastnacht“ erinnern daran, dass Karneval eine Art Schwelle oder Übergang darstellt zwischen dem Leben im Alltag und der Zeit der Vorbereitung auf das Fest der Auferstehung Christi. Die „tollen Tage“ bergen aber auch ein utopisches Moment: dass das Leben mit seinen oft harten Begrenzungen und Ungerechtigkeiten nicht alles ist…

– Marie-Theres Wacker

Weltgebetstag 2021 – Vorbereitung läuft

Das Weltgebetstags-Team hat sich getroffen. Nicht wie sonst im Gemeindehaus Vögelsen mit Stehkaffee am Anfang und leckerem Mittagessen zwischendurch. Statt dessen – eine Zoom-Konferenz! Und was manche anfangs nicht für möglich gehalten hätten: Es war richtig schön! 

Vanuatu – wo liegt das überhaupt?

Einen ganzen Vormittag lang haben wir uns mit den Inhalten des diesjährigen Weltgebetstages beschäftigt. Mit Vanuatu, einem Land, von dem die meisten von uns noch nie gehört hatten. Ein Inselstaat irgendwo zwischen Australien, Neuseeland und den Fidschi-Inseln. Melanesische Bevölkerung, über 100 Sprachen, Heimat des Bungee-Jumpings. Menschen, die immer ein Lächeln auf dem Gesicht tragen. Und das, obwohl sie von den Folgen des Klimawandels bereits jetzt oft an Leib und Leben bedroht sind. 

Worauf bauen wir?

Frauen aus Vanuatu haben die Ordnung für den Weltgebetstagsgottesdienst 2021 erarbeitet. „Worauf bauen wir?“ lautet die Überschrift. Im Mittelpunkt steht das Gleichnis Jesu vom Hausbau. Eine kluge Frau oder ein kluger Mann baut das Haus auf festem Felsgrund. Das klingt einleuchtend. Aber was ist dieser Felsgrund? Und was braucht es, damit ich die richtige Entscheidung treffen kann? – Das fragen die Frauen aus Vanuatu, und darüber haben auch wir uns miteinander ausgetauscht.

Gottesdienst feiern – trotz Corona?

In Bardowick werden wir den Weltgebetstag dieses Jahr auf neue, ungewöhnliche Weise feiern: Mit einem „Gottesdienst im Gehen“. Am 5. März von 15 bis 20 Uhr werden im Dom Stationen aufgebaut sein, an denen Sie entlangpilgern, etwas über Vanuatu erfahren und den Gottesdienst mitfeiern können. Mehr dazu in Kürze hier.

Das Bardowicker Weltgebetstags-Team bei der Vorbereitung
Das Weltgebetstag-Komitee n Vanuatu
Bedrohtes Insel-Paradies

Spielraum! Sieben Wochen ohne Blockaden

7 Wochen ohne

Die Fastenaktion der evangelischen Kirche regt dazu an, die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern bewusst zu erleben und zu gestalten.

Das Motto für den 17. Februar bis 5. April 2021 lautet:

„Spielraum! Sieben Wochen ohne Blockaden“

Jede Woche gibt es ein Treffen mit einer kleinen Auslegung zum jeweiligen Bibeltext und Impulsen für die kommende Woche. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich über die eigenen Gedanken und Erfahrungen mit dem Text und den Impulsen der vergangenen Woche auszutauschen, über Zoom oder später vielleicht auch real.

Die Termine für die Treffen sind Dienstag:

16.2., 23.2., 2.3., 9.3., 16.3., 23.3., 30.3. 2021

jeweils um 19.30 Uhr

Pastorin zu Dohna und Pfarrverwalter i.A. Roland Arndt

Anmeldung und Informationen:

dohna@kirche-bardowick.de, Tel. 04131-129630

Engelausstellung in der Kapelle auf dem Nikolaihof

Engel schickt dir Gott.

„Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein, die Engel“. Liedtext von R.O. Wiemer

Ein erstaunliches Interesse an allem Übersinnlichen ist in unserer Zeit zu beobachten. Wie eine geistige Woge läuft der Wunsch vieler Menschen, mehr von Engeln oder über sie zu erfahren. Wie leicht wird gesagt: „Na, da hast du aber einen Schutzengel gehabt“, wenn eine gefährliche Situation glimpflich abgegangen ist.

Überall kann man heute Engel dargestellt finden: auf Einkaufstüten, Seifendosen, T- Shirts, Trinkbechern, bei Reklame. Versicherungen laden ein, als „Schutzengel“ für die Menschen zu fungieren. Blumenläden scheinen Engelchen in allen Variationen zu lieben, nicht nur zu Weihnachten.

Focus hat vor einiger Zeit eine Umfrage gestartet. Dabei hat sich mindestens jeder zweite Befragte, zu einem „eigenen Schutzengel“ bekannt. Was bedeutet für Sie „Engel“?

In fast allen Religionen gibt es die Vorstellung von Engeln als Geistwesen, die den Gottheiten dienen und zwischen Gottheit und Menschen vermitteln. Oft sind sie auch für den Schutz der Menschen verantwortlich.

Im Alten Testament bilden die verschiedenen Engel den Hofstaat Gottes. Es wird noch von anderen Engeln in der Bibel erzählt. Sie sind Gottes Boten als Überbringer einer Botschaft. (Angelus= Bote). Der Kirchenvater Augustin sagt: „Engel ist eine Aufgabe, kein Wesen!“

Ihr Äußeres wird selten nicht näher beschrieben, aber später, in der christlichen Kunst, oft gemalt und dargestellt. Meist mit Flügeln (wie können sie sonst so schnell und einfach da sein, ohne dass man sie vorher bemerkt hat?)

Engelbegegnungen in der Bibel zeigen ganz persönliche Erfahrungen in ganz bestimmten Lebenssituationen, es sind Erfahrungen der Menschen mit Gott. Engelsbegegnungen sind letztlich Gottesbegegnungen. Gott macht sich bemerkbar. Vielleicht sind unsere Augen gehalten, dass wir diesen Zusammenhang in unsrem Leben nur nicht sehen?

Ausgestellt sind über 100 Engel, die aus verschiedenen Zeiten, verschiedenen Länder und von verschiedenen Künstlern stammen: Die polnischen Schnitzarbeiten zeigen die Engel in knallbunten Farben. Die Ebenholzfiguren in ihren schlanken Formen schauen ernst und erstaunt die Zuschauer an.

Auch Engel in Indianertrachten wollen die frohe Botschaft weitergeben.

Porzellanfigürchen und lustige, pausbackige Vertreter der Engelzunft sind zu sehen.

Auch einfach gemalte „Kunstwerke“ von Kindern sind dabei.

Für mich bezeugen die verschiedenen Engelbilder: Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde, als unser Verstand fassen kann.

Engeldarstellungen können uns daran erinnern, dass Gott den Menschen nahe ist.

Es gibt auch andere Engel: Menschen, die Boten Gottes sind, ohne Flügel, die einfach da sind, wenn Hilfe gebraucht wird.

Engel gibt es sie wirklich?

Elisabeth Scheffler

 

Arche-Gottesdienst im Sonnenschein

Genesis 8: das Wasser fällt und Land ist in Sicht! Unter diesem Motto fand am Sonntag, den 9.8. der Arche-Gottesdienst auf der Domwiese statt.

Die Tiefbläser des Posaunenchores sorgten für die musikalische Untermalung (vielen Dank!) und dank des Open-Air-Gottesdienstes durfte gesungen werden! Auch war es möglich, dass jeder schnell in den Schatten umziehen konnte, als die Sonne wanderte. 

Diese Gottesdienste sind etwas ganz Besonderes und wir freuen uns schon auf den kommenden Sonntag!

Ökumenischer Video-Pfingstgruß aus dem Kurpark

Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Lüneburg lädt auch in diesem Jahr in den Kurpark ein! Nicht zum großen Gottesdienst am Pfingstmontag, wie wir ihn in Lüneburg seit vielen Jahren kennen und lieben. Mit einem pfingstlichen Video-Gruß kommen wir zu Ihnen in die Häuser und laden Sie ein, mit uns ein Pfingstlied zu singen und verbunden mit vielen Christen in Niedersachsen ein Gebet zu sprechen. Als äußerlich sichtbares Zeichen der Verbundenheit kann, wer mag, eine gebastelte Taube in ein Fenster hängen.

Ökumenisches Gebet am Pfingstmontag

Gnädiger Gott, du sendest deinen Geist aus – und du erneuerst das Antlitz der Erde. In diesem Glauben sind wir verbunden, die wir an unterschiedlichen Orten zu dir beten. Wir bitten dich:

Sende deinen Geist der Hoffnung, wo uns Sorgen und Ängste umtreiben.

Sende deinen Geist des Vertrauens, wo Krankheit und Tod herrschen.

Sende deinen Geist der Stärke, wo Geduld und Langmut nötig sind.

Sende deinen Geist der Weisheit, wo wir umsichtige Entscheidungen treffen müssen.

Sende deinen Geist der Achtsamkeit, wo uns Dankbarkeit und Respekt fehlen.

Sende deinen Geist der Glaubenskraft, wo wir im Zweifeln stecken bleiben.

Sende deinen Geist der Gemeinschaft, wo Distanz und Einsamkeit unseren Alltag prägen.

Du Gott des Lebens, wir sehnen uns nach einem kräftigen Brausen und frischer Kraft!

Segne uns mit deinen vielfältigen Gaben. Lass uns in dieser Vielfalt gemeinsam wachsen und zur Einheit finden im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe.

Amen.

Text: Ökumeneteam Bistum Osnabrück

Hier gibt es eine Bastel-Anleitung für eine Origami-Taube:

https://www.erzbistum-muenchen.de/schatzkaestchen/pfingsten-taube-aus-papier-falten

 

Vitamin C für die Seele

           

Vatertag

Ein Vater hatte einen Sohn, den er einfach nur liebhatte.  Als er erkannte, dass es für ihn Zeit war, die Welt zu erkunden, sagte der Vater: Geh mit Gott, aber geh! Es war ein himmlischer Austausch, an dem sein Sohn teilnahm. Er kam bei einer bodenständigen Familie unter. Wo gebetet wurde, ging er hin, diskutierte mit den Leuten, intensiv und immer heftiger. Bei all dem berief er sich immer auf die Liebe, die er erfahren hatte. Sein Sohn blieb nicht allein. Sie heilten und halfen, sie fischten und teilten Essen, sie feierten, sie erlebten Wunderbares. Er hatte die Liebe von ihm, dem Vater. Sie verleiht Kraft, auch zum Leiden. Als dann alles geschehen war, was geschehen musste, beschloss der Vater, dass sein Sohn lang genug im Namen der Liebe unterwegs war. Die Spur war gelegt. Sie kannten ihn. Sein Sohn, der weltverloren schien, sollte wieder nach Hause kommen. Da wurde er aufgehoben. Zur Rechten seines Vaters. Eine wunderbare Feier nahm ihren Lauf. Vatertag im Himmel!

 

Hans-Martin Kätsch

Bildnachweis: Bruna Branco, unsplash

Ein Video zum Mitsingen! Möge die Straße uns zusammenführen

Das Lied verkürzt uns die Wartezeit auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen! Es gibt Hoffnung, Zuversicht und Gottvertrauen.

Vielen Dank an Julia Bormann!

Zum Mitsingen hier der Text:

1) Möge die Straße uns zusammen führen und der Wind in deinem Rücken sein;
sanft falle Regen auf deine Felder und warm auf dein Gesicht der Sonnenschein.

Ref.: Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand;
und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand.

2) Führe die Straße, die du gehst, immer nur zu deinem Ziel bergab;
hab‘, wenn es kühl wird warme Gedanken, und den vollen Mond in dunkler Nacht.

3) Hab‘ unterm Kopf ein weiches Kissen, habe Kleidung und das täglich Brot;
sei über vierzig Jahre im Himmel, bevor der Teufel merkt: du bist schon tot.

4) Bis wir uns ‚mal wiedersehen, hoffe ich, dass Gott dich nicht verlässt;
er halte dich in seinen Händen, doch drucke seine Faust dich nie zu fest.

 

Quasimodogeniti – so heißt der erste Sonntag nach Ostern.

Dazu zunächst eine Geschichte.

 „Der zweite Geburtstag“ – so überschreibt Horst Flachsmeier eine kleine Erzählung, die so beginnt: „Das erste, was er wahrnahm, war das Gesicht der Ärztin, die sich über ihn beugte. Dann hörte er ihre Stimme, zunächst noch so, als wären seine Ohren mit Wattebäuschchen verstopft. „Nun, werden Sie wieder wach?“ fragte sie. Noch konnte er nicht sprechen, schaute sie nur groß an. „Wissen Sie, was geschehen ist?“ fragte sie weiter. Als er seinen Kopf schütteln wollte, bemerkte er, wie sehr er schmerzte. Die Ärztin sagte: „Sie hatten einen schweren Unfall und sind nun auf der Intensivstation“.

Und Horst Flachsmeier, selbst Arzt, ging es durch den Sinn: So ist es also, wenn man auf der Intensivstation wach wird!“ Oft hatte er selbst die Stationen des Krankenhauses besucht, nun war er selbst Patient mit Gefühlen der Hilflosigkeit.

„Wissen Sie noch, was geschehen ist?“

Flachsmeier konnte sich beim besten Willen nicht erinnern – die Erinnerung war ausgelöscht, ausgelöscht durch den Unfallschock und die tiefe Bewusstlosigkeit, aus der man ihn mit großer Mühe hatte in das Leben zurückführen können. Die ganze Nacht war er bewusstlos, zehn Stunden lang.

Auf einmal begriff er ganz tief, dass er zum zweiten Mal geboren war. Gott hatte ihm ein neues Leben geschenkt.

Er fühlte sich wie neugeboren.

Wenn wir uns dem Geheimnis von Ostern, der Auferstehung, nähern wollen, dann sind solche Erlebnisse, wie sie Horst Flachsmeier hatte, ein Zugang dazu.

Das Leben ist danach nicht einfach das dasselbe wie vorher. Man empfindet das Leben nicht mehr als selbstverständlich. Zu leben ist jetzt mit einem Gefühl des Dankes verbunden. An solchen Tagen liegt Glanz über der Welt, wenn man mit Dankbarkeit begreift, nach einer schweren Krankheit, nach einem schweren Unfall noch am Leben zu sein. Stilles und heiteres Licht liegt über solchen Tagen, Osterlicht.

So wie es die biblischen Ostergeschichten beschreiben. Im Grab ist es hell geworden, ein Engel in einem weißen Gewand ist darin. Wir lesen Geschichten der Freundschaft- man bricht das Brot des Friedens miteinander. Menschen werden bei ihrem Namen gerufen -Maria, Thomas, Petrus- und damit auch wieder zurück ins Leben. Sie werden angesprochen als jemand, der ganz persönlich gemeint und gewollt ist, werden angesprochen als Geliebte.

 

Wir alle wünschen uns im Moment, dass helle, heitere Tage zurückkehren. Dass der Karfreitag, der über unserer Welt liegt, wieder ein Ende nimmt. Dass die Covid-Krankheit besiegt wird. Bei vielen ist das Leben schwer und bitter, angstvoll und schmerzhaft.

Aber auch in dieser Zeit gibt es die österlichen Momente, die Heiterkeit, Frieden und viel Menschlichkeit ausstrahlen. So viele gute Ideen, so viel teilen miteinander. Gemeinsames Singen von Fenster zu Fenster, das Geschenk von Musik, die Nachbarschaftshilfe. Der große Einsatz vieler bis an den Rand der Kraft.

Andere haben jetzt viel Zeit.  Ich habe sie auch zum Aufräumen genutzt. Und meinen Mutterpass wiedergefunden. Und dann lese ich: Risikoschwangerschaft – ja. Risiken bei der Geburt- ja. Das hatte ich alles vergessen. Geblieben ist die Erinnerung an diese überaus glückliche erste Stunde, als wir unser Kind, unser Neugeborenes, im Arm hielten mit Staunen und Dankbarkeit.

Ich wünsche Ihnen, dass es auch in ihrem Leben in den kommenden Wochen solche österlichen, hellen, wärmenden Momente gibt, die Ihnen durch die nicht immer leicht zu ertragenden Tage helfen. Ich wünsche Ihnen ein Neugeborenwerden zu Zuversicht und Kraft.

Ihre Pastorin Anna-Barbara Naß-Gehrke