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Absage von Abendliedersingen und zwei Gottesdiensten

Die Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht, aber angesichts der hohen Inzidenzzahlen im Landkreis Lüneburg denken wir, dass ein Singen in größerem Kreis im Augenblick nicht richtig wäre. Daher fällt das Abendsingen auf dem Domplatz am 30. Juli aus.

Auch die zwei Gottesdienste am Sonntagmorgen in Vögelsen und Radbruch werden nicht stattfinden. Die Örtlichkeiten in den Dörfern lassen nicht die Abstände zu, die wir uns bei diesen hohen Covid-19-Zahlen wünschen. 

 

Der Gottesdienst auf dem Domplatz am 1. August um 18 Uhr findet statt! Eine Registrierung ist vor Ort auch per Luca-App möglich – und natürlich besteht Maskenpflicht!

 

Wir hoffen sehr, dass die Erkrankten in unserer Gemeinde schnell wieder genesen und die Zahlen insgesamt fix sinken, so dass wir uns bald wieder in unbeschwerterem Rahmen begegnen können.

Ein Blumenmeer für Ehrenamtliche

Mit der Weihnachtspost an unsere Ehrenamtlichen kommt auch immer ein kleines Geschenk, im letzten Jahr gab es Blumensamen für eine Blühwiese. Daraus ist nun eine Fülle an Blüten geworden!

Neues aus der Gemeinde – ein Rückblick auf viele Veranstaltungen

Wie haben wir das vermisst! Viele Menschen gemeinsam beim Gottesdienst, Musik und Gesang, fröhliche Gesichter! In den letzten Wochen durften wir viele besondere Gottesdienste erleben, hier ein kleiner Rückblick.

An Pfingsten haben wir Roland Arndt aus unserer Gemeinde verabschiedet, er hat seine Ausbildung beendet und ist nun Pastor im Kirchenkreis Hittfeld. Der festliche Gottesdienst auf dem Domplatz bei strahlendem Sonnenschein lieferte den passenden Rahmen. Danke für das Jahr mit dir hier, Roland! 

 

Der Taufgottesdienst an der Ilmenau in Wittorf hat immer eine ganz besondere Atmosphäre. Acht Kinder aus sechs Familien wurden getauft. In diesem Jahr sagten zwei kleine Mädchen sogar ihren Taufwunsch selbst – vor versammelter Gemeinde. Das hat alle BesucherInnen sehr angerührt. Pünktlich zum Gebet tat sich der Himmel auf und schickte nicht den Regen – sondern die Sonne! 

       

Die ersten Konfirmationen fanden statt: Im Dom, mit Maske und vielen Gästen! Es waren so schöne, so besondere und festliche Gottesdienste. Die gespannten Gesichter und strahlenden Augen der so schick gekleideten KonfirmandInnen, Musik von Flutissima mit Gänsehautmomenten und dem Posaunenchor – wie wunderschön, eure Musik wieder erklingen zu hören. Und dann unsere Orgel! 

Die neuen Konfis haben wir begrüßt, im Dom mit einem „Erklär-Gottesdienst“. Was bedeutet was, warum stehen die PastorInnen dort und was tun wir da alle eigentlich? Ein interessanter Gottesdienst, der auch dem älteren Publikum gefiel. Ein Großvater wünschte sich, seine Konfi-Zeit wäre so gewesen! 

Die Konfis radelten mit der „Tour de Dom“ die Rundfahrt durch unsere Kirchengemeinde, lernten sich kennen und hatten viel Spaß in sechs Etappen. 

Mit dem Abendgottesdienst am 4. Juli mit fast allen neuen Konfis schließen wir unseren Rückblick. Eine große Gemeinde durfte laut und fröhlich auf dem Domplatz singen, die Konfis saßen hinterher in der Runde und haben den Gottesdienst besprochen, eigene Gedanken und Beobachtungen geteilt und zur Gitarre gesungen.

 

Freude am Erwachsenwerden

In den kommenden Wochen feiern junge Menschen in unserer Gemeinde ihre Konfirmation. Dieses Fest markiert eine Schwelle zwischen Kindheit und Erwachsenwerden. Früher war damit oft das Ende der Schulzeit und der Beginn des Arbeitslebens verbunden. Inzwischen hat sich dieser Übergang ein wenig verschoben. Doch auch heute noch sind Jugendliche im Alter von 14 Jahren religionsmündig. Sie dürfen selbst entscheiden ob und welcher Religion sie angehören möchten. Mit der Konfirmation bekennen sie sich zum christlichen Glauben und werden zu eigenverantwortlichen Mitgliedern unserer Kirche. In der katholischen Kirche geschieht dies mit dem Fest der Firmung. Jüdische Jugendliche übernehmen mit 12 oder 13 Jahren die Verantwortung für ihr eigenes religiöses Leben und werden als  „Bar Mitzwah“ bzw. „Bat Mitzwah“ betrachtet.

Eine jüdische Stimme

Im Judentum gelten Mädchen mit 12 und Jungen mit 13 Jahren als erwachsen, das heißt, in der Lage, Verantwortung für das eigene religiöse Leben und für die Erfüllung der Gebote vor Gott und den Menschen zu übernehmen. Von diesem Zeitpunkt an werden sie als „Bar Mitzwah“ bzw. „Bat Mitzwah“, als „Sohn/Tochter der Verpflichtung“, betrachtet und sind selbst verantwortlich für das Halten der Gebote. Erst seit dem Mittelalter begehen Jungen den Beginn dieser neuen Lebensphase mit einer Zeremonie, zu der das Rezitieren der Torah im Gottesdienst, ein Lehrvortrag und das Anlegen der Tefillin (Gebetsriemen) gehören. Von nun an werden sie zum Minjan, also des für bestimmte Gebete und Rituale notwendigen Quorums von zehn Männern, gerechnet. Für Mädchen bildeten sich erst im Verlauf des 20. Jahrhunderts verschiedene Formen heraus, um die Bat Mitzwah zu feiern.

Die Vorbereitungen für die Bar/Bat Mitzwah ziehen sich bei Kindern je nach Vorwissen und Gemeindepraxis über ein bis drei Jahre hin. Im Gottesdienst legen sie zum ersten Mal ihren Tallit an und tragen den Wochenabschnitt der Torah ganz oder teilweise vor, meist in der traditionellen musikalischen Rezitationsweise. Dazu kommt noch die Haftarah, die Prophetenlesung, in Hebräisch oder in der Landessprache. Danach folgt eine kurze Predigt, manchmal wird auch ein Teil des Gottesdienstes vorgebetet. Daran schließt der Kiddusch, ein festlicher Imbiss, in der Gemeinde an und danach wird im privaten Rahmen mit Familie und Freundeskreis weitergefeiert.

– Rabbinerin Dr.in Ulrike Offenberg

 

 

 

Eine christliche Stimme

Sowohl Judentum als auch Christentum kennen Rituale des Erwachsenwerdens und Zeichenhandlungen, welche die zivile und religiöse Mündigkeit zum Ausdruck bringen, aber auch die Einladung zum christlichen Zeugnis in der heutigen Welt und zur Mitarbeit in der Gemeinde. In der römisch-katholischen Kirche ist die Firmung das Sakrament der Mündigkeit. Der Bischof verleiht und feiert die Gabe des Geistes unter Gebet und Salbung bzw. Handauflegung. Die Firmanden empfangen Gottes Geist. Sie erwidern den Friedensgruß und sind bereit, sich selbst mit ihren Charismen in den Dienst der Menschen zu stellen. Die Firmpat*innen unterstützen sie dabei, was sie mit der Hand auf der Schulter der Jugendlichen signalisieren.

In der Evangelischen Kirche bekräftigen junge Menschen ihre Aufnahme in die christliche Gemeinde, die zuvor mit der Taufe, meist im Säuglingsalter, geschehen ist. In der Konfirmanden-Zeit lernen die jungen Menschen die Grundlagen des christlichen Glaubens kennen, üben sich in christlicher Spiritualität ein und engagieren sich im Gemeindekontext. Nach dem Fest der Konfirmation sind sie eingeladen, ihren Weg des Glaubens in der Gemeinschaft anderer Christinnen und Christen weiter zu gehen und sich mit ihren Gaben und Fähigkeiten in der Gemeinde einzubringen.

– Prof. Dr. Stephan Leimgruber

Beim Namen gerufen

Morgen feiern wir ein Tauffest an der Ilmenau. Bei der Taufe stehen die Täuflinge mit ihrem Namen im Mittelpunkt. Er ist Ausdruck der Unverwechselbarkeit einer jeden Person. Gott meint uns persönlich. Er ruft uns bei unserem Namen.

In wohl allen Religionen und Kulturen ist es für Eltern eine bedeutsame Entscheidung, welchen Namen ihr Kind tragen soll. Jüd*innen und Christ*innen verbinden mit dem Namen die unverwechselbare Persönlichkeit und Würde, die Gott in einem jedem Menschen sieht:

Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst, ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir!“ (Jes 43,1)

Eine jüdische Stimme

Das Judentum misst Namen eine große Bedeutung zu, denn sie sind Ausdruck der Zugehörigkeit eines Individuums zu Familien- und Gemeindetraditionen. Außerdem hegen Eltern die Hoffnung, dass sie ihrem Kind mit einem wohlklingenden, beziehungsreichen Namen ein positives Vorzeichen auf seinen Lebensweg mitgeben. Die Namensgebung ist bei Jungen Teil der Beschneidungszeremonie am 8. Lebenstag. Bei Mädchen wird der Name nach der Geburt im Rahmen einer Torahlesung in der Synagoge verkündet. In den letzten Jahrzehnten ist es üblich geworden, auch für Mädchen ein eigenes Ritual der Namensgebung zu feiern. Viele Kinder haben daneben noch einen „bürgerlichen“ Namen, der ihr offizieller Rufname ist.

Bei der Entscheidung für einen Namen werden häufig je nach regionalem Brauch verstorbene oder lebende Familienmitglieder geehrt, die auf diese Weise symbolisch das Kind durch das Leben begleiten. Daneben stehen eine Fülle biblischer Namen zur Auswahl und auch Namen, die Bezüge zum jüdischen Jahreskreis, zur Natur und zu erwünschten Charaktereigenschaften aufweisen. Die Eltern sind Teil des Namens, denn man wird stets als „X, Sohn/Tochter von Y und Z“ aufgerufen.

– Rabbinerin Dr.in Ulrike Offenberg

Eine christliche Stimme

Bei der Taufe wird der Ruf, den der Ewige an alle Menschen richtet, als Ruf-Name in die Taufformel eingebunden. Darin drückt sich die Gewissheit aus, dass wir als Menschen vom HERRN bei unserem Namen, der für uns als unverwechselbares Subjekt steht, angesprochen und „ausgelöst“, also erlöst sind.

Wir sind dadurch nicht nur mit dem Schöpfer verbunden, sondern Er auch mit uns. Schließlich wird jedes Kind „auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ getauft. Der dreifaltige Gott, der uns im Mutterleib gewoben hat, der unser Innerstes kennt (Ps 139), Er ruft uns beim Namen und wir dürfen Ihn beim Namen rufen. Das Christentum teilt die Überzeugung des Judentums: Der HERR kennt uns und liebt uns. Er schenkt uns einen Namen, damit wir uns zu einer eigenständigen Persönlichkeit entwickeln, aber auch auf seinen Ruf antworten und im Zweifel zu Ihm umkehren.

– Freiseis

 

Der Sommer in unserer Kirchengemeinde

Der Sommer ist da! Die Infektionszahlen sinken, und das Leben wird bunter. Welch eine Freude, in den Gottesdiensten und beim Taizégebet wieder singen zu dürfen!

Bei schönem Wetter werden wir weiterhin gern Gottesdienste auf der Domwiese feiern – das ist etwas, das wir zu schätzen gelernt haben im letzten Jahr. Gleichzeitig freuen wir uns über die Möglichkeit, auch den Dom wieder mehr zu nutzen, unsere seit mehr als tausend Jahren durchbetete Kirche, und wieder die vollen Klänge der Orgel genießen zu dürfen. Unsere Konfirmandinnen und Konfirmandin können nun endlich ihre Konfirmation feiern. Gut 35 Jugendliche werden auf die Sommerfreizeit in Schweden fahren. Und regelmäßige Veranstaltungen wie die Kirchlichen Nachmittage und der Freiraum Bibelgespräch finden wieder statt.

Für die Sommermonate bieten wir ein abwechslungsreiches Programm für alle Altersgruppen an – da ist für jede und jeden etwas dabei, und das meiste wird unter freiem Himmel stattfinden: Offenes Singen am Abend auf der Domwiese, die Dombauhütte, Pilgern für Kinder und Erwachsene, abendliche Radtouren und vier Konzerte des Bardowicker Orgelsommers… Blättern Sie durch das Domino oder klicken Sie sich hier durch unseren Veranstaltungskalender, um genauere Informationen zu finden. „Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser schönen Sommerszeit an deines Gottes Gaben“ – lassen Sie uns in diesem Sinne diesen Sommer genießen!

Teamer-Wochenede: Schweden, wir kommen!

Es war wie früher: Nachdem alle getestet waren, durften wir als geschlossene Freizeit-Gruppe im Gemeindehaus Bardowick „ganz normal“ zusammenkommen. Ohne Masken, ohne Abstand, miteinander singen, gemeinsam essen. Ein unglaubliches Gefühl, das Vorfreude weckte auf unsere Sommerfreizeit in Schweden, die wir an diesem Wochenende vorbereitet haben. Acht Teamer*innen und sieben Juleika-Absolvent*innen feilten gemeinsam mit Johanna Reimers und Elisabeth van Nguyen am Freizeitplan. Tagesausflüge und Outdoor-Aktivitäten, thematische Einheiten, Hobby-Gruppen, Sport und Spiel, dazu die notwendigen Einkaufsfahrten und – ja – auch das regelmäßige Testen, das alles wollte erarbeitet, überlegt und sinnvoll über die Tage verteilt sein. 

Wir sind glücklich, dass auch in Schweden die Infektionszahlen inzwischen soweit gesunken sind, dass das Land nicht mehr als Hochrisiko-Gebiet gilt und eine Qurantäne bei Rückkehr nach heutigem Stand nicht mehr nötig sein wird. So steht unserer Reise ins Land der Seen und Elche nichts mehr im Wege. Wir sind gespannt auf unser nächstes schwedisches Abenteuer und werden anschließend hier berichten.

World Blood Cancer Day

Nächstenliebe ist der wichtigste Grundsatz unseres Glaubens und im Kern eine Haltung – jene, Menschen mit Offenheit, Freundlichkeit und Wertschätzung entgegenzutreten. Doch sie kann auch sehr konkret werden. Es gibt wohl wenige Akte, die die Nächstenliebe konkreter umsetzen zu vermögen, als das Leben eines anderen Menschen zu retten. Doch scheint diese Aufgabe oft zu groß. Tatsächlich gibt es aber Möglichkeiten, mit einem kleinem Aufwand diese große Geste zu vollbringen.


Photo Challenge

Der DKMS hat eine Challenge ins Leben gerufen, mit der die Stammzellspenden an Reichweite gewinnen soll. Als evangelische Jugend setzen wir in diesem Rahmen ein Zeichen der Solidarität für alle von Blutkrebs Betroffenen. Mit dem &-Zeichen wird ausgedrückt, dass es immer zwei braucht – Patient*in & Spender*in, du & ich. #lebenretten #stammzellspende #wordbloodcancerday


Am heutigen Freitag ist der World Blood Cancer Day, an dem wir zum einen aller Erkrankten und ihrer Angehörigen, sowie der Ärztinnen und Forschern, die sich dem Kampf gegen Blutkrebs verschrieben haben, gedenken. Zum anderen wollen wir darauf aufmerksam machen, dass Nächstenliebe über die DKMS konkret werden kann. Die DKMS ist eine internationale Organisation, die sich in der Blutkrebsforschung engagiert, über diese besondere Art des Krebses aufklärt und vor allem aber eine großes, internationales Spendenregister führt, über das erkrankte Menschen eine geeignete Spende erhalten können. Dabei handelt es sich um eine Stammzellspende, die in den meisten Fällen über eine Blutspende ohne tieferen operativen Eingriff und ohne ambulanten Aufenthalt entnommen wird. Diese Spende wird dann an den jeweiligen Patienten übermittelt. Damit rettet die DKMS Leben. (Weitere Informationen über Blutkrebs, die Spende und die Arbeit der DKMS findet ihr auf deren Website). Allerdings ist die DKMS auf die Unterstützung von Spenderinnen und Spendern angewiesen, denn eine geeignete Spende ist nicht immer leicht zu finden. Dafür ist die Registrierung unkompliziert und schnell gemacht. Über den untenstehenden Button auf dieser Website gelangt Ihr zur Online-Registrierung, wo festgestellt wird, ob frau als Spenderin geeignet ist. Im nächsten Schritt werden ein paar Wattestäbchen verschickt, mit denen Wangenabstriche zu machen sind – diese sind weniger unangenehm als jeder Mund-Nasen-Covid-19-Test. Probe zurücksenden und nach einer kurzen Bearbeitungszeit eine Bestätigung über die Registrierung erhalten – easy peasy, lemon squeezy. Worauf wartet Ihr noch?

Die einzigen wahrhaft Glücklichen unter uns werden die sein, die den Weg zum Dienst an andern gesucht und gefunden haben.

Albert Schweitzer

Ökumenischer Pfingstgottesdienst im Kurpark als Video

Unter strahlend blauem Himmel versammelten sich Christinnen und Christen aus vielen verschiedenen Kirchen und Gemeinden in und um Lüneburg zu zwei ökumensichen Pfingsgottesdiensten im Kurpark. Es war eine besondere Freude, an diesem Ort wieder gemeinsam Gottesdienst feiern zu dürfen – mit Abstand und allen gebotenen Vorsichtsmaßnahmen.

Einen der beiden Gottesdienste gibt es jetzt auch auf Video: Ökumenischer Pfingstmontagsgottesdienst im Kurpark

Eine jüdische Stimme

Schawuot wird genau fünfzig Tage nach dem Pessachfest begangen und feiert die Offenbarung der Torah am Sinai. Eigentlich ist jede Torahlesung ist eine Vergegenwärtigung dieses Ereignisses, beim „Fest der Gabe der Torah“ aber noch einmal besonders, denn es werden die Zehn Gebote vorgetragen, die eine direkte Ansprache Gottes an Israel waren. Dieser Akt wird als eine Art Hochzeit zwischen Gott und Israel verstanden, und die Torah ist der Ehevertrag, der die gegenseitige Hingabe und Verpflichtung beider Liebender darlegt. Ein Sinnbild dieser Treue ist das biblische Buch Ruth, das dem Wochenfest als besondere Lesung zugeordnet ist.

Schawuot ist eines der drei Wallfahrtsfeste und hat wie diese auch eine landwirtschaftliche Dimension. Es wird auch als „Fest der Erstlingsfrüchte“ bezeichnet, weil es den Beginn der Weizenernte und des Reifens der Sommerfrüchte in Feld und Garten markiert. Zum besonderen Festtagsopfer zu Tempelzeiten gehörte das Darbringen von Weizenbroten. Heute ist das Fest vor allem wegen des Tikkun, einer Lernnacht, populär, bei der man sich gemeinschaftlich bis in die frühen Morgenstunden dem Torahstudium hingibt. Wach gehalten wird man dabei durch die Vielzahl süßer und herzhafter Gerichte aus Milch und Käse, die dem Fest seinen besonderen Geschmack geben.

– Rabbinerin Dr.in Ulrike Offenberg

 

Eine christliche Stimme

Schawuot feiert den lebensstiftenden Geist der Zehn Gebote. An Pfingsten bewegt die Geistkraft Gottes die Mutlosen. Orientierung und Inspiration: Gestalten und mutig voranschreiten

Die Hauptfeste Israels sind ursprünglich im natürlichen Jahreszyklus des Landes verankert und markieren mit dem Dank für die Gaben der Erde die unterschiedlichen Jahreszeiten (vgl. Dtn 26,1-11). Schawuot, das sieben Wochen nach Pessach begangen wird, feiert dabei den Abschluss der Getreideernte. Alle Feste wurden jedoch im Lauf der Geschichte mit bedeutenden Ereignissen aus der Bibel theologisch hinterlegt. An Schawuot wird der Gabe der Tora am Gottesberg gedacht.

Da die göttliche Weisung in ihrem Wortlaut als kanonischer Text nicht verändert werden darf, die ethischen und kultischen Gebote und Verbote jedoch der Adaption in neue Zeiten bedürfen, braucht es zur rechten Auslegung der Mose-Tora göttliche Inspiration, die Gabe des Geistes. Die Geistbegabung an alle Menschen (vgl. Joël 3 vgl. Apg 2) schafft unmittelbaren Zugang zu Gott und seiner Offenbarung und bewirkt, dass alle im Gottesvolk die gesamte Tora begreifen und befolgen können (vgl. Ez 36,26f.). Die neutestamentliche Rezeption im Pfingstereignis aktualisiert diesen universalistischen Zugang und macht die christliche Botschaft für Menschen aus allen Völkern verständlich.

– Irmtraud Fischer